Rückblick auf die Messe 2019

Starke Teilnahme bestätigt Parcel+Post Expo als wichtigen Ort für Geschäfte

Die diesjährige Ausgabe der Parcel+Post Expo konnte einen Besucherrekord verzeichnen: insgesamt mehr als 4000 Teilnehmer aus etwa 97 Ländern sind der Beweis dafür, dass diese Veranstaltung wirklich der globale Treffpunkt für die Post-, Paket- und Last-Mile-Zustellbranche ist.

Die Messe fand vom 1. bis 3. Oktober 2019 im RAI Amsterdam statt und bot Postbetreibern, Kurierdiensten, E-Fulfillment-Unternehmen, grenzübergreifend tätigen Spediteuren und Lieferunternehmen die perfekte Plattform, um neue Lösungen zu entdecken, aktuelle Themen zu debattieren und weltweite Geschäftsbeziehungen einzugehen.

Auf der kostenlosen Messe zeigten mehr als 200 internationale Aussteller ihre neuesten Innovationen – von der Paketzustellung per Drohne und emissionsfreien Flotten bis hin zu Fortschritten in der Robotik und im Internet der Dinge (IoT).

Zu etablierten Namen wie MHS Inc, Siemens, Vanderlande, Escher Group, Beumer Group und BlueCrest gesellte sich eine ganze Reihe neuer Aussteller wie Direct4.me Inc, Happy Scoot, Leopard Systems, Metra, Modul System, Solution Net Systems Inc, Packeta, System Plast, Unicum und Wayz Intelligent Manufacturing Technology Co Ltd.

Eine spezielle „Startup Avenue“ auf der anderen Seite der Ausstellungshalle war der perfekte Ort für eine neue Unternehmensgeneration, die hier ihre neuesten Ideen und Technologien präsentieren und anpreisen konnte. Ein Vorführungsbereich für Drohnen und eine Teststrecke für Fahrzeuge machten diesen Teil der Ausstellung besonders spannend.

Bei den 12 Veranstaltungen der Parcel+Post Expo Conference behandelten mehr als 150 Experten verschiedenste Themen wie etwa die neuesten Entwicklungen im E-Commerce, die letzte Meile und digitale Innovationen, die Bearbeitung und Nachverfolgung von Paketen, intelligente SB-Lösungen sowie Robotik und KI.

Außerdem gab es ein intensives, interaktives Workshop-Programm zu Themen wie PUDOs und Schließfächer, Kundenbindung, digitaler Wandel sowie soziale Medien und Kommunikation.

Darüber hinaus wurden auf der Messe zum elften Mal die Parcel and Postal Technology International Awards verliehen und die Gewinner während einer abendlichen Feier live verkündet. Und am ersten Ausstellungstag gab es einen Empfang mit Networking und kostenlosen Getränken in der Ausstellerhalle.

Neuigkeiten von den Ausstellern

Zu den wichtigsten Neuigkeiten gehörte die Einführung eines neuen autonomen und mobilen Sortierroboters der Fives Group. Der Roboter GENI-Ant optimiert seinen Laufweg in Echtzeit, indem er je nach der Position des Fahrzeugs im Verhältnis zu den Lade- und Entladebereichen, Hindernissen und der kürzesten Strecke zum Zielort die beste Route berechnet. Sensoren warnen den Sortierer vor möglichen Zusammenstößen und bringen ihn zum Stehen. Während einer Live-Vorführung am Stand des Unternehmens konnten die Besucher der Ausstellung ein Team aus GENI-Ants in Aktion erleben.

Der GENI-Ant lässt sich manuell durch einen Mitarbeiter oder automatisch über ein automatisiertes Förderband mit Paketen beladen. Zum Be- oder Entladen braucht der GENI-Ant nicht einmal anzuhalten, er erledigt beides einfach unterwegs. Der batteriebetriebene Roboter kann seine Geschwindigkeit nach Bedarf anpassen, etwa bei instabilen Paketen oder auf dem Weg zum Be-/Entladebereich. Die Batterie wird während der Benutzung wiederaufgeladen, es gibt also keine Stillstandszeit. Der GENI-Ant kann mit einer Sortierzelle (für Quergurtsorter) oder aber mit zwei eigenständigen Zellen ausgestattet werden, die dann die Sortierung mehrerer Objekte ermöglichen.

„Wir freuen uns sehr darüber, unseren GENI-Ant zum ersten Mal zu präsentieren, und glauben, dass er wirklich einen Durchbruch für die Paketsortierbranche darstellt“, erklärte Lilia Goncalves Da Mota, die Kommunikationsmanagerin des entsprechenden Geschäftsbereichs bei Fives. „Wir sind bereits auf großes Interesse gestoßen und viele Leute sind neugierig auf den GENI-Ant. Ich bin zum ersten Mal auf der Parcel+Post Expo, aber die Fives Group kommt schon seit vielen Jahren hierher. Alle wichtigen Akteure sind hier und auch alle wichtigen Kunden.“

Die Escher Group nutzte die Ausstellung 2019 für nicht nur eine, sondern gleich drei wichtige Bekanntmachungen. Zunächst verkündete sie die Neugestaltung ihrer Plattform Riposte. Auf dieser können Postbetreiber von neuen, konfigurierbaren Standardanwendungen profitieren, die an jedem Punkt einer Dienstleistung oder eines Kanals eine schnelle Bereitstellung von Produkten oder Dienstleistungen unterstützen.

„Diese neueste Version baut auf unserem Nachrichtensystem auf und bietet eine modulare Architektur sowie eine konsolidierte Rechenzentrumsinfrastruktur. Sie ist sofort einsatzbereit und bündelt alle Arten unterschiedlicher Bereiche in nur einer Anwendung”, erklärte Nick Manolis, der CEO der Escher Group. „Die Lösung lässt sich in vorhandene Systeme integrieren und auch erweitern, damit Postunternehmen sich bewegen, anders ausrichten und an neue Dienstleistungen, Märkte, Geschäftsmodelle und Technologien anpassen können.“

Die zweite Bekanntmachung betraf die Einführung einer neuen PUDO-Lösung für Postbetreiber. Mit Riposte PUDO bekommen Postunternehmen eine kostengünstige Lösung für die Automatisierung und Integrierung von Transaktionsprozessen sowie die Minimierung ihrer Investitionen in Hardware. Vertreternetzwerke können bei nur geringen Einrichtungskosten Transaktionen im Auftrag der Postunternehmen durchführen. Laut Escher bietet Riposte PUDO eine reaktionsstarke, offene, modulare und zukunftssichere Lösung für die nahtlose Bereitstellung von Softwareupdates.

Außerdem gab Escher eine neue Partnerschaft mit dem Unternehmen Hurricane bekannt, das darauf spezialisiert ist, Zollgebühren und Steuern zu berechnen sowie Pakete auf ihre Konformität zu überprüfen. Dank der Partnerschaft können Postbetreiber Zollgebühren und Steuern korrekt berechnen, Produktklassifizierungen prüfen und in ihren Beziehungen zu Bestands- oder Neukunden Sanktionslisten mit Vertragspartnern und Produkten überprüfen.

„Als Beispiel: Jemand schickt einem Verwandten in Übersee einen Pullover, der 20 US-Dollar kostet“, sagte Manolis. „Aber wenn dieser ankommt, berechnet der Zoll dem Empfänger 30 US-Dollar. Dann wird der Empfänger oft die Gebühr nicht zahlen und der Pullover muss in ein anderes Land zurückgesendet werden. Das bedeutet hohe Kosten für das Versandunternehmen und der Kundenservice ist auch nicht so gut, wie er sein könnte. Die Partnerschaft mit Hurricane wird uns die Möglichkeit geben, an der Lösung dieses speziellen Problems zu arbeiten.“

Der Erstaussteller ProGlove – der neben zahlreichen anderen spannenden und frischen Talenten auf der speziellen Startup Avenue der Messe zu finden war – stellte eine innovative neue Lösung zur Erleichterung der Paketsortierung vor: einen Handschuh mit integriertem Strichcodescanner. Der tragbare Scanner MARK 2 überzeugte die Besucher durch seine Einfachheit und Genialität.

„Er ist bei Weitem der kleinste und leichteste Scanner auf dem Markt“ erklärte Sebastian Hugl, Business Development Manager bei ProGlove. „Es ist extrem effizient, den Scanner auf diese Weise an der Hand zu haben: die Benutzer sparen vier Sekunden pro Scanvorgang und das summiert sich auf eine riesige Zeitersparnis.“

Der MARK 2 lässt sich über BLE (Bluetooth Low Energy) mit anderen Geräten wie etwa Tablets, Smartwatches oder tragbaren Terminals verbinden. Außerdem bietet das Modul einen erweiterten Scanbereich von bis zu 150 cm und seine Batterielebensdauer beträgt bis zu 16 Stunden.

„Der Handschuhscanner ist auch sicherer: der Benutzer kann scannen, hat aber trotzdem die Hände frei“, so Hugl weiter, der bestätigt hat, dass DHL unter den mehr als 400 Kunden ist, die diese Technologie bereits gekauft haben.

MHS, ein weiterer Erstaussteller, brachte nach seiner Übernahme von VanRiet und OCM im Jahr 2018 zwei neue Sortierlösungen auf den Markt – das Quergurtsystem HC-Loop und den Sortierer HC Smalls Sorter.

Der Quergurtsortierer HC-Loop besitzt eine Lasterfassungsfunktion, die eine große Verarbeitungsmenge und die beste Ladestrategie für Pakete gewährleistet. Dank der modularen Konstruktion sind verschiedene Anordnungsweisen möglich: er kann in geraden und gebogenen Abschnitten sowie ansteigend, abfallend oder doppelt geliefert werden.

Der Schuhsortierer HC Smalls Sorter kann auch die kleinsten und leichtesten Pakete auf dem Markt sortieren. Er kann Artikel sortieren, die nur 0,5 mm hoch sind und nur 0,05 kg wiegen. Außerdem handelt es sich um eine kompakte und geräuscharme Lösung in modularer Bauweise. Der Sortierer kann mit einer hohen Anzahl von Ausgaben in Abständen von 650 mm oder 900 mm ausgestattet werden.

Stealth Special Vehicles stellte sein elektrisches Lieferfahrzeug OzPOD3 vor. Der OzPOD3 wird in Australien hergestellt und soll die Fähigkeiten von Last-Mile-Zustelldiensten in schwierigen Betriebsumgebungen sicher und effizient erweitern.

„In Australien herrschen extreme Bedingungen vor und wir haben den OzPOD3 so gebaut, dass er extrem robust und zuverlässig ist“, sagte John Karambalis, CEO von Stealth Special Vehicles. „Bei der Konzeption dieses Fahrzeugs haben wir an die australischen Bedingungen gedacht, deshalb hat es eine Schwerlastfederung für unwegsames Gelände und ist wegen der großen Hitze offen – die meisten Fahrer tragen Motorradkleidung, da würde eine geschlossene Kabine nicht funktionieren.“

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 50 km/h und einer Reichweite von bis zu 150 km wird der drehmomentstarke elektrische Antriebsstrang des OzPOD3 mühelos mit Steigungen von bis zu 30 % fertig – auch wenn er mit der vollen Nutzlast von 250 kg beladen ist. Die Ladekapazität beträgt 720 Liter und die Regale und Schubladen sind austauschbar. Dank der fünf aktiven und zwei passiven Bremsanlagen des dreirädrigen Fahrzeugs können die Benutzer jede Situation sicher bewältigen. Alle Reifen sind austauschbar, wobei es sich um herkömmliche Autoreifen handelt.

„Das Fahrzeug ist zu 98 % recyclingfähig und seine Lithium-Ionen-Batterie hat eine Reichweite von etwa 150 km“, fügte Karambalis hinzu. „Vor etwa 12 Jahren haben wir mit der Herstellung von Mountainbikes angefangen. Dies ist unser erster Vorstoß in den Bereich der Paketzustellung und es ist auch unsere erste Parcel+Post Expo – und wir sind so froh, hier zu sein!“

Kizy Global Tracking, ein weiterer Erstaussteller, präsentierte eine Lösung, mit der die Benutzer Sendungen weltweit und in Echtzeit verfolgen können, ohne in Infrastruktur zu investieren.

„Das ist die ideale Lösung für die Nachverfolgung von Sendungen“, erklärte Bertrand Späth, VP Sales & Business Development bei Kizy. „Sie ist klein, etwa so groß wie eine Kreditkarte, und weniger als 1 cm dick. Die Batterie hat eine Lebensdauer von etwa einem Jahr und kann danach über USB für ein weiteres Jahr aufgeladen werden. Sie misst den Standort in Echtzeit ohne Infrastruktur, die für den Betrieb benötigt wird – und sie funktioniert sofort. Die Autonomie ist größer als mit GPS – und die Kosten sind etwa 10 Mal geringer als mit GPS.“

Die Standortgenauigkeit beträgt bis zu 10 m und eine Nachverfolgung ist weltweit möglich. Das System wird oft genutzt, um Informationen über globale Lieferketten einzuholen, die dann zur Optimierung dieser Lieferketten genutzt werden können.

„Es gibt viele Anwendungsbereiche: bei Paketen beispielsweise kann man die tatsächlichen Daten mit den erwarteten Lieferwegen vergleichen“, so Späth weiter. „Dadurch kann man etwa feststellen, dass eine Sendung, die über die Ukraine laufen sollte, in Wirklichkeit über Argentinien läuft. In Bezug auf das Leistungsmanagement kann nachverfolgt werden, wie lange eine Sendung von einem Ort zum anderen braucht. Das ist sehr wichtig, denn die Benutzer können damit die Qualität von Drittpartnern überprüfen.“

Späth war von der Ausstellung beeindruckt: „Unser Besuch auf der Parcel+Post Expo war ganz großartig“, sagte er. „Wir hatten viele hochwertige Besuche von potenziellen Kunden. Es lohnt sich immer herzukommen, selbst als Besucher, denn man trifft einfach alle aus der Branche.“

Konferenznotizen

Arno van Bijnen, Direktor für grenzübergreifende Lösungen bei PostNL, hat bei der parallel zur Ausstellung stattfindenden Parcel+Post Expo Conference dargelegt, wie PostNL zu einem internationalen E-Commerce-Akteur geworden ist.

In seinem Vortrag bei der Veranstaltung Global Leaders am ersten Ausstellungstag erörterte van Bijnen, wie sich PostNL seit 2012 zu einem rentablen Unternehmen gewandelt hat, das in Wachstum und Innovation investiert. In den vergangenen sieben Jahren hat sich der Postbetreiber vom traditionellen Postgeschäft zu einem Dienstleister für Logistik und E-Commerce entwickelt. Heute stehen mindestens 50 % seines Umsatzes im Zusammenhang mit der E-Commerce-Branche.

„Unser Ansatz nach dem Motto ‚Verbinden, Umwandeln und Zusammenarbeiten‘ hat uns bei unserer Entwicklung hin zum E-Commerce geholfen“, erläuterte van Bijnen.

Während derselben Global Leaders-Veranstaltung betrat auch José Luis Rodríguez Correa, CEO von CorreosChile, die Bühne und beschrieb Chancen und Herausforderungen bei der Arbeit in Chile.

„CorreosChile steht vor einzigartigen Herausforderungen“, sagte er. „Chile ist ein sehr langes, aber schmales Land und weist verschiedenste Landschaftsformen auf, darunter Gebirge und Seen – und wir haben sogar eine Postfiliale in der Antarktis. Wir liefern täglich 800.000 Briefe und 100.000 Pakete aus. In den letzten sechs Jahren hat der internationale E-Commerce erheblich zugenommen und so mussten wir unsere Arbeitsweise ändern und neue Initiativen einführen, die auf vier zentralen Säulen basieren.“

Die wichtigsten Säulen sind ein attraktives Leistungsversprechen, Erstellen einer digitalen Agenda, Entwickeln operativer Exzellenz und Förderung der eigenen Mitarbeiter der Post, die den Wandel vorantreiben. „Eine unserer größten Herausforderungen war die Änderung der Denkweise unserer Mitarbeiter. Sie müssen verstehen, wie sich das Unternehmen im Laufe der Jahre verändert hat, damit sie helfen können, unsere Transformation voranzutreiben.“

Am zweiten Tag der Konferenz beschrieb Samanta Thaver, Senior Manager of Commercial beim South African Post Office, wie die 16 Länder der Southern African Development Community (SADC) zusammenarbeiten müssen, wenn sie in Zukunft erfolgreich sein wollen.

„Die Postbranche erlebt gerade einen bedeutenden Wandel”, sagte Thaver. „Wir stellen fest, dass das aktuelle Geschäftsmodell der Postunternehmen in der SADC nicht mehr funktioniert, und müssen uns deshalb neu überlegen, wie wir arbeiten wollen. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel hin zu einem neuen Ökosystem, in dem Daten die zentrale Rolle spielen.“

Mithilfe von Big Data und dem Einsatz von KI könnten Postunternehmen Tendenzen und Herausforderungen in Echtzeit und in der Zukunft besser vorhersagen. Thaver fuhr fort: „Die SADC muss ein Netzwerk der Zusammenarbeit aufbauen, damit wir alle von den Stärken der einzelnen Länder profitieren und Schwachstellen gemeinsam angehen können.“ „Die Globalisierung frisst uns auf, aber wenn unsere 16 Regionen zusammenarbeiten, haben wir eine starke Zukunft.“

Marek Różycki von Last Mile Experts und Ian Kerr von Postal Hub Podcast knüpften an ihre gemeinsame Erfahrung bei der Einrichtung von PUDO- und Schließfachnetzwerken an und gaben den Konferenzteilnehmern Ratschläge dazu, wie sich ein erstklassiges Netzwerk für Außerhauszustellungen aufbauen lässt – das Ganze in einem exklusiven Workshop mit dem Titel „PUDOs and Lockers: The New Power in the Last Mile“ (PUDOs und Schließfächer: Die neue Stärke auf der letzten Meile).

„Die Außerhauszustellung wird für die Zustellbranche zu einem entscheidenden Faktor, denn sie bietet praktisch eine garantierte Erstzustellung, die besonders in der anstehenden Hauptsaison wichtig ist – und die Hauptsaison wird jedes Jahr größer“, erklärte Kerr.

Der Workshop richtete sich an Postunternehmen, die erfahren wollten, wie sich ihre bestehenden Netzwerke und Marktpositionen am besten stärken lassen, an Pakettransporteure mit großem Interesse daran, eine gewisse physische Fläche für sich zu behaupten und ihre Kapazität zu erhöhen, sowie an E-Commerce-Unternehmen, die neue Vorteile auf der letzten Meile gewinnen möchten.

Kerr und Różycki hoben die Bedeutung eines interaktiven Zustellmanagements (IDM) hervor und wiesen darauf hin, dass das beste IDM seiner Klasse dem Empfänger nicht nur die Wahl von Uhrzeit, Tag und Ort sowie eines kleinen endgültigen Zeitfensters (< 30 Minuten) ermöglichen sollte. Es sollte ihm auch die Möglichkeit geben, spontan seine Meinung zu ändern und den Weg des Fahrers nachzuverfolgen.

Außerdem erklärten sie, dass „Schlafzimmer besser sind als Sitzungssäle“, dass es also besser ist, Schließfächer nahe am Zuhause der Kunden zu positionieren, sodass sie schwerere Pakete leichter nach Hause tragen können, als diese an ihrem Arbeitsplatz zuzustellen.

Der Triumph von An Post

Bei der elften Ausgabe der Parcel and Postal Technology International Awards hat das irische Unternehmen An Post gleich zwei der angesehensten Preise geholt: Service Provider of the Year und New Business Development of the Year.

Der staatseigene Anbieter von Post- und Paketdienstleistungen in Irland wurde von der internationalen Jury für seine auf ganzer Linie herausragenden Leistungen ausgezeichnet. In der Kategorie New Business Development konnte der Service Address Point des Unternehmens die größte Anerkennung erzielen. An Post hat mit Wohlfahrtsorganisationen und Dienstleistern zusammengearbeitet, um mit Address Point einen bahnbrechenden und kostenlosen persönlichen Service einzuführen. Dieser bietet Menschen ohne bzw. mit nur vorübergehendem Wohnsitz eine postalische Anschrift sowie die Aufbewahrung der an sie gerichteten Briefe.

In der Kategorie Service Provider of the Year, dem wohl prestigeträchtigsten Preis des Abends, gewann An Post mit seinem beeindruckenden Wachstum und seiner Trendwende hin zur Rentabilität die Aufmerksamkeit der Preisrichter. Im März 2019 hat An Post einen Anstieg seines Umsatzes und Betriebsgewinns bekannt gegeben – ein Ergebnis seiner Geschäftsumwandlungsstrategie im Jahr 2018. Das Unternehmen gab seinen Umsatz 2018 mit 897 Millionen Euro an, was eine Erhöhung um 7 % bedeutet.

Weitere verdiente Gewinner des Abends waren Prime Vision – Sorting and Fulfillment Hub Technology of the Year für sein Leseprogramm für chinesische Adressen); Cleveron – Last Mile Delivery Innovation of the Year für seinen selbstfahrenden Paketzustellroboter; bpost – Final Mile Innovation of the Year für seine Heimzustelllösung; Posti Finland – Retail/Customer Service Innovation of the Year für seinen unbemannten Postkiosk; Qatar Post – Environmental Achievement of the Year und Solystic – Supplier of the Year.

Besucher-Feedback

Auf der Expo 2019 gab es an jeder Ecke Innovationen und neue Technologien zu erleben und das Konferenzprogramm steckte voller ehrlicher Einblicke und detaillierter Fallstudien. Die Besucher lobten daher auch die Qualität und Schwerpunktsetzung der Messe:

Bart van Eijck, CEO von QRING BV, Niederlande: „Ich habe viel Neues erfahren. Ich möchte hier neue Initiativen entdecken und von diesem Standpunkt aus war es sehr hilfreich – unbedingt empfehlenswert. Ich interessiere mich besonders für Start-ups und es war sehr aufschlussreich, zu sehen, welche neuen und intelligenten Ideen hier zum Einsatz kommen.“

Frédéric Mansour, Sourcing Fleet Manager bei bpost, Belgien: „Es war sehr interessant. Wir haben neue Kontakte geknüpft, besonders zu Anbietern von E-Fahrzeugen, was der Beginn einer möglichen Zusammenarbeit sein kann – es war also ein sehr positives Erlebnis.“

Yasser Alkadi, Geschäftsführer bei Zajil Express, Saudi-Arabien: „Ich besuche schon seit vier Jahren die Parcel+Post Expo und sehe jedes Jahr große Fortschritte. Die Ausstellungsstücke und die Konferenzthemen werden immer reichhaltiger und tiefgründiger und haben wirklich eine Verbindung zum Markt. Dieser Ort eignet sich sehr gut, um herauszufinden, wie sich das Verhalten der Verbraucher weltweit verändert und wie sich dies auf das Kundenerlebnis auswirkt.“

Baker Alshurafa, Projektmanager bei Qatar Postal Service, Katar: „Für uns war es von großem Wert, die unterschiedlichen Erfahrungen von Postunternehmen und Dienstleistern zu verstehen und zu sehen, wie sie neue Technologien übernehmen und umsetzen und auch, wie wir selbst unsere eigenen Dienstleistungen für unsere Kunden weiterentwickeln sollten.“

Eric Troussard, Country Manager bei Sigfox SA, Frankreich: „Die Messe ist ein guter Ort, um Leute aus der Post- und Paketbranche zu treffen. Wir sind ein Technologieanbieter und versuchen, ihnen neue Vorstellungen von der Zukunft und ihrem weiteren Weg zu vermitteln. Es war für uns eine großartige Gelegenheit, Verbindungen zu vielen Leuten herzustellen, guten Leuten, Leuten aus der ersten Führungsebene – es war ein toller Austausch und auch sehr gut für das Networking.“

Thierry Golliard, Leiter Open Innovation & Venturing bei der Schweizerischen Post: „Es war nützlich – die Parcel+Post Expo ist eine sehr angenehme Networking-Plattform. Man hat hier die einzigartige Gelegenheit des Jahres, so viele relevante Partner zu treffen, sowohl Postunternehmen als auch Start-ups und Zulieferer.“

Hier noch der Termin für 2020: 13.–15. Oktober in Wien, Österreich.

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